BAD DOC

26.05.2018

Einer von uns Substis hat es zu bunt getrieben, und wurde jetzt erstmal raus gekickt. Er hat zum Beispiel so Sachen gemacht, wie mal kurz 32 Ärzte regelmäßig zu konsultieren, und sich von jedem bestimmtes verschreibungspflichtiges Zeugs geben zu lassen. Das ist natürlich der Krankenkasse aufgefallen, und diese hat unserem Substiarzt einen Brief geschickt, mit der Bitte um Überprüfung. Tja, das wars dann. Vor dem Rausschmiss fand noch eine UK statt und da wurde man ebenfalls fündig. Koks, Lyrica, Crystal Meth,... und und und. Aber unser Arzt hier ist echt liberal. Jetzt muss der Druffi zwar erstmal teilentgiften, das heisst so dass er wieder mehr oder weniger rein auf dem Substitut eingestellt wird, und dann wird er wieder in die heiligen Hallen der Substitution aufgenommen. So sozial läuft das dann schon. Ich hab den Typ gefragt wieso er das gemacht hat mit den zig Ärzten usw...? Man wird doch vom Substi her wirklich gut versorgt, so dass sich die Entzüglichkeiten in Grenzen halten lassen. Er sagte dann zu mir: weisst Micha, es geht uns Beikonsumenten nicht darum den Entzug einzustellen. Wir wollen DICHT sein. Richtig DICHT sein. Wir haben soviel Scheisse erlebt, dass wir nur noch DICHT sein wollen. Seine Mutter glaubt scheinbar immer noch, dass er nach 27 Jahren Nadel die Drogen nehmen würde um glücklicher zu sein. Das sei alles Bullshit. Es geht darum den erlebten Shit wegzudrücken, indem man DICHT ist.

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25.05.2018

Die letzten zwei bis drei Wochen waren wieder sehr durchwachsen. Schon bei kleinsten Anstrengungen, war ich wieder klatschnass. Zusammen mit meinem Substiarzt haben wir jetzt herausgefunden, dass Antibiotika viel von dem oral aufgenommenen Substitut frisst. Das bedeutet, dass man letztlich weniger Substi im Körper hat bzw. weniger ins Blut gelangt. Ich musste aufgrund einer Infektion einige Wochen lang Antibiotika nehmen. Damit lagen auch die Gründe meiner Schwächeanfälle vor einigen Monaten offen vor. Mein Arzt hat das Substitut jetzt etwas hochgesetzt. Vielleicht war ich von Anfang an zu niedrig eingestellt. Wer weiss...?! Jetzt fühle ich mich natürlich wieder richtig eingeflauscht. Wie immer zeitlich begrenzt.

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23.04.2018

Habe mich jetzt doch gegen die Fixsession entschieden. Letztlich lag es an meiner Angst, dass irgend etwas passieren könnte, und ich dann mit Schaum vor dem Mund überdosiert in der Ecke liege. Je mehr ich mich in die Thematik eingearbeitet hatte, desto mehr unbekannte Faktoren tauchten auf, die so oder eben so hätten ausgehen können. Man hätte mit einer sehr geringen Dosis anfangen, und dann nach und nach steigern müssen, um eventuell etwas zu erspüren. Eventuell deshalb, da die Opiatrezeptoren im Körper im Grunde durch das Substi schon besetzt bzw. blockiert sind. Wenn man sich jetzt ein anderes Opiat in die Vene fixt, dann passiert entweder gar nichts, oder man muss in so absurde Höhen mit der Dosis gehen, dass das Substi quasi überschritten wird. Und das war mir zu riskant. Da hab ich zuviel Respekt und Angst davor.

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