BAD DOC

02.07.2018

Bei uns sind fast alle nebenbei auf Lyrica, ein Psychopharmaka welches Dich wegklatscht (im wahrsten Sinne des Wortes). Normal bin ich immun gegenüber solcher Angebote, aber vor einiger Zeit bin ich dann doch umgefallen, und habe mir drei Tabs mit jeweils 300mg besorgt. Bei solchen Dingen bin ich relativ unbedarft. Ich lese mich nicht großartig ein, sondern werfe sorglos ein. Also so gegen Spätnachmittag eine eingeworfen. 20-30 Minuten gewartet - keine Reaktion. Die zweite nachgeworfen. Wieder gewartet. Nichts. Also dann noch die dritte rein und wieder nichts. Mittlerweile ging ich davon aus, dass mir der Typ einfach Fakes verkauf hatte. Bin dann recht früh ins Bett und noch ein bisschen Serien geschaut und dann eingeschlafen. Gegen halb drei morgens musste ich aufs Klo und wollte aufstehen. Also mit einem Schwung aus dem Bett aufgestanden, zack Sternchen gesehen und mit vollster Länge auf die Fliesen geklatscht. Das hat vielleicht Krach gemacht. Mir hats schlicht meine Beine weggezogen. So langsam habe ich realisiert, dass das Lyrica gerade voll am wirken ist, und für eine Initialdosis wohl auch etwas zu hoch dosiert war... ich konnte nicht mehr aufstehen. Meine Glieder haben mir nicht mehr gehorcht. Die Beine haben gezittert wie Espenlaub. Jeder weitere Versuch aufzustehen hat mich wieder aufs Neue auf die Fliesen gelegt. Ich war schlicht zu schwach. Das war ein chemischer Warhammer allererster Güte. Chemische Fesselwaffe. Ich musste mich mit letzter Kraft auf dem Boden wie eine Schlange ins Bad krümmen und mich mühsamst an der Kloschüssel hochziehen. Es war so krass! Zurück am Bett habe ich mich ähnlich geschwächt an der Matratze hochgezogen und ins Bett gerollt. Danach war ich am Ende. Ich musste so schwitzen wie noch nie auf Entzug. Ich hatte reale Angst innerlich auszutrocknen - so stark war das. Nie wieder Lyrica! NIE WIEDER! NIE! NIE! NIE!!!

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28.06.2018

Gerade ist total miese Stimmung unter den Substis. Schlägereien, Abmahnungen, verstärkter Beikonsum sowie natürlich der Handel. Alle sind ziemlich blank, was die Laune auch nicht gerade hebt. Und manche sind wie gesagt regelrecht im Kampfmodus. Ich hab ein paar Meter entfernt zugeschaut wie sich gestandene Männer auf dem Gehweg so brutalst mit ihren Fäusten traktiert haben - das habe ich außerhalb des Kinos noch nicht gesehen. Es war alles voller Blut, Riesengeschrei und noch Wochen danach versteigen sich beide Seiten in massivste Gewalt- und Rachephantasien. Das ist echt scheisse, wenn wir Druffis untereinander uneins sind und selbst da kaum mehr ein Zusammenhalt vorherrscht, und jeder nur noch versucht den anderen abzuzocken. Ich stehe halt völlig ratlos daneben. Ich bin zwar soweit zufrieden mit meiner Situation. Die Entzügigkeit hält sich in okayen Grenzen und der Opiathunger ist quasi nicht existent. Aber das nützt den anderen natürlich nichts. Aber bei dem ganzen Beikonsum und den Mengen welche die sich nebenher noch zusätzlich einwerfen,... da kann das halt nichts werden. Bis es wieder knallt. Bis wieder alles den Bach runter geht.

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26.05.2018

Einer von uns Substis hat es zu bunt getrieben, und wurde jetzt erstmal raus gekickt. Er hat zum Beispiel so Sachen gemacht, wie mal kurz 32 Ärzte regelmäßig zu konsultieren, und sich von jedem bestimmtes verschreibungspflichtiges Zeugs geben zu lassen. Das ist natürlich der Krankenkasse aufgefallen, und diese hat unserem Substiarzt einen Brief geschickt, mit der Bitte um Überprüfung. Tja, das wars dann. Vor dem Rausschmiss fand noch eine UK statt und da wurde man ebenfalls fündig. Koks, Lyrica, Crystal Meth,... und und und. Aber unser Arzt hier ist echt liberal. Jetzt muss der Druffi zwar erstmal teilentgiften, das heisst so dass er wieder mehr oder weniger rein auf dem Substitut eingestellt wird, und dann wird er wieder in die heiligen Hallen der Substitution aufgenommen. So sozial läuft das dann schon. Ich hab den Typ gefragt wieso er das gemacht hat mit den zig Ärzten usw...? Man wird doch vom Substi her wirklich gut versorgt, so dass sich die Entzüglichkeiten in Grenzen halten lassen. Er sagte dann zu mir: weisst Micha, es geht uns Beikonsumenten nicht darum den Entzug einzustellen. Wir wollen DICHT sein. Richtig DICHT sein. Wir haben soviel Scheisse erlebt, dass wir nur noch DICHT sein wollen. Seine Mutter glaubt scheinbar immer noch, dass er nach 27 Jahren Nadel die Drogen nehmen würde um glücklicher zu sein. Das sei alles Bullshit. Es geht darum den erlebten Shit wegzudrücken, indem man DICHT ist.

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